Nach 2 Jahren war es wieder soweit. Die weltbesten und härtesten Kämpfer des Kyokushin Karate (Knock down Karate) trafen sich zur KWU World Championship.

262 Kämpfer aus 55 Nationen traten im russischen Jekaterinburg gegen einander an. Mit dem deutschen Team, trat auch Lara Seydel vom AS SAXONIA an. Lara absolvierte für dieses Turnier eine 10 monatige Vorbereitung. In dieser Zeit wurden Muskeln aufgebaut, Kondition gesteigert, Schnellkraft trainiert, der Körper abgehärtet, Techniken und Kombinationen verfeinert. Ein Trainingspensum belief sich zwischen 15 bis 20 Stunden Sport pro Woche. Dabei stand jederzeit für Lara Seydel, das Trainerteam aus Bundestrainer (IFK) Michael Schramm, Mentalcoach Nicole Paul, Ex-Weltmeisterin Ulrike Winkler (Thiele) und Dipl. Ernährungscoach Uwe von Renteln, zur Seite. Zusätzlich unterstützte das Training „Enforce“ Leipzig und der Kickboxverein Leipzig, mit dem mehrfachen deutschen Meister, Sascha Gräske. Nach 5 Stunden Flug, über Moskau, kam das Team am Donnerstag (07.12.) abends im Ural liegenden Jekaterinburg an. Auf den vom Schnee verschneiten Straßen und minus 7 Grad ging es zum Hotel. Dort wurden die Kämpfer gebührend begrüßt und mit Geschenken empfangen. Am Folgetag stand die Akkreditierung auf dem Plan. Alle Kämpfer erhielten einen neuen Karateanzug mit der Startnummer und entsprechender Landesflagge. Weiter folgten ein Fotoshooting, die medizinische Kontrolle und das Wiegen. Am späten Nachmittag folgte das Kämpfer- und Trainermeeting mit Pressekonferenz, danach Abendessen und 20.00 Uhr schließlich Bettruhe.

Samstag war der erste Kampftag. Um 8.00 Uhr ging es per Shuttle in die Arena „Palace of Sport“. Erste Gegnerin von Lara war die Ukrainerin Anna Izdebska, die als Gesamtfavoritin galt. Lara war gut vorbereitet und ging motiviert in den Kampf. Von Beginn an trieb sie die Ukrainerin mit schnellen und harten Kombinationen über die Matte. Anna hielt dagegen und versuchte zu kontern. Kurz vor Rundenende gelang Lara noch ein Tritt zum Bauch, so dass Izdebska zu Boden ging. Für Lara und ihren Trainer eine ausgeglichene Runde und rechnete mit der Verlängerung. Obwohl Lara vielleicht auch ein klein bisschen die Nase vorn hatte, konnte man aufgrund der Favoritenrolle der Ukrainerin von einem Unentschieden ausgehen. Die Entsetzung kam, als 3 Seitenrichter die Fahne für Anna Izdebska hoben und somit der Kampf gegen Lara entschieden wurde. Entsetzen war nicht nur bei Lara und ihrem Trainer, sondern auch auf den Zuschauerrängen, wo man sich das Video des Kampfes immer wieder anschaute und die Bewertung nicht nachvollziehen konnte. Selbst im Tagesverlauf erhielt Lara immer wieder positive Statements von anderen Teilnehmern, Trainern und Funktionären, was jedoch am Ergebnis nichts änderte. Die Ukrainerin wurde später, am 2. Kampftag Vizeweltmeisterin.

Wir schauen nun nach vorn und bereiten uns ab Januar wieder auf die nächsten Wettkämpfe vor. Auf dem Programm steht Ende Februar der Diamond Cup im belgischen Antwerpen. Ein Turnier, bei dem sich die Weltelite trifft und um die Diamanten kämpft.