Cup of Europe in London – Starker Auftritt des AS SAXONIA auf internationaler Bühne  

Zweimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze für den AS SAXONIA – sechs Athleten unseres Vereins vertraten gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des deutschen Nationalteams die IFK Deutschland beim Cup of Europe in London. Neben starken sportlichen Leistungen sorgte vor allem das Finale von Jessica Krause für Gesprächsstoff.  

Am vergangenen Samstag fand in London der Cup of Europe der IFK (International Federation of Karate) statt. Mit dabei waren sechs Sportlerinnen und Sportler des AS SAXONIA, die gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des deutschen Nationalteams nach England reisten. 
 
Bereits am Donnerstagabend machte sich das Team auf den Weg nach London. Der Freitag stand dann ganz im Zeichen der unmittelbaren Wettkampfvorbereitung. Check-in, Registrierung sowie die vorgeschriebenen medizinischen Kontrollen und die Überprüfung der Wettkampftauglichkeit mussten absolviert werden. Eine gemeinsame Trainingseinheit im Hotel nutzten unsere Athleten anschließend, um den Körper nach der Anreise wieder zu aktivieren und sich mental auf die bevorstehenden Kämpfe einzustimmen. 
 
Trotz des engen Zeitplans blieb noch etwas Zeit, London zu entdecken. Besonders beeindruckend war ein Besuch der traditionsreichen Jermyn Street. Die Straße ist bekannt für ihre traditionsreichen Geschäfte und Herrenausstatter, von denen einige auf eine fast 200-jährige Geschichte zurückblicken und zum Teil eine enge Verbindung zum britischen Königshaus besitzen. 

Wettkampftag in der K2 Arena 

Am Samstagmorgen hieß es nach dem Frühstück: Wettkampfmodus! 
In der K2 Arena angekommen, konnten unsere Athleten zunächst die Atmosphäre in der Halle aufnehmen. Nachdem feststand, dass die Kämpfe unserer Sportler erst nach der offiziellen Eröffnung beginnen würden, blieb ausreichend Zeit für die intensive Vorbereitung. 
 
Das Aufwärmen vor einem Wettkampf dauert bei unserem Team in der Regel zwischen eineinhalb und zwei Stunden. Dabei geht es längst nicht nur darum, den Körper auf Betriebstemperatur zu bringen. Die Athleten werden Schritt für Schritt auch mental auf ihre bevorstehenden Aufgaben vorbereitet. Konzentration und Spannung steigen, der Fokus richtet sich vollständig auf den Kampf. Dann wurde es ernst. 

Foto: Kathrin Schramm

Juliett Michel scheidet nach engem Viertelfinale aus 

Als Erste unseres Teams musste Juliett Michel (12/13 Jahre, +55 kg) auf die Matte. 
Im Viertelfinale entwickelte sich ein weitgehend ausgeglichener Kampf. Beide Kämpferinnen schenkten sich wenig und suchten ihre Chancen. Am Ende ging die Entscheidung jedoch an Julietts Gegnerin. Damit schied sie aus dem weiteren Turnierverlauf aus. 
 
Auch wenn es diesmal nicht für eine Platzierung reichte, konnte Juliett auf internationaler Bühne erneut wichtige Wettkampferfahrung sammeln. 

Mara Selbmann holt Silber bei ihrer Premiere 

Für Mara Selbmann war der Cup of Europe etwas ganz Besonderes. Die gerade erst zwölf Jahre alt gewordene Athletin durfte erstmals bei dieser Meisterschaft starten – und gleichzeitig war es ihr erstes Turnier in der neuen Altersklasse 12/13 Jahre bis 40 kg. 
 
In ihrer Kategorie wurde im Poolsystem „Jeder gegen jeden“ gekämpft. 
Gleich im ersten Kampf traf Mara auf ihre deutsche Teamkollegin Valeria Dillmann aus Neckarsulm. Diesen Kampf musste Mara abgeben. Es sollte jedoch ihre einzige Niederlage des Turniers bleiben. In den weiteren Begegnungen zeigte sie ihr Können und sicherte sich am Ende einen hervorragenden 2. Platz beim Cup of Europe. 

Für ihr erstes großes internationales Turnier in der neuen Altersklasse ist dies ein herausragender Einstand.

 

Emil Diebel erkämpft Bronze

Emil Diebel traf im Halbfinale auf einen starken und ebenbürtigen Gegner. 
 
Von Beginn an konnte Emil mit sehr wirkungsvollen Techniken zum Körper Akzente setzen. Seine Treffer zeigten Wirkung und zwangen seinen Gegner mehrfach, zurückzugehen. Allerdings gelang es Emil nicht konsequent genug nachzusetzen. Dadurch fand sein Kontrahent immer wieder zurück in den Kampf. Am Ende reichte es nicht für den Einzug ins Finale. 
 
Im anschließenden Kampf um Platz drei ließ Emil dann jedoch nichts mehr anbrennen. Hoch konzentriert übernahm er die Kontrolle und beendete den Kampf bereits nach kurzer Zeit durch technischen K.o.

Damit sicherte sich Emil Bronze und Platz 3 beim Cup of Europe in London. 


Joelle Schramm kämpft sich zu Gold 

Foto: Kathrin Schramm


Joelle Schramm ging in der Kategorie 12/13 Jahre bis 50 kg an den Start. Normalerweise kämpft sie in der Gewichtsklasse bis 45 kg. Aufgrund der Teilnehmerzahl wurden die Gewichtsklassen jedoch zusammengelegt, sodass Joelle gegen zum Teil deutlich schwerere Gegnerinnen antreten musste. 
 
Mit entsprechendem Respekt, aber hoch konzentriert, ging sie in ihre Begegnungen. Joelle verstand es hervorragend, Unkonzentriertheiten ihrer Gegnerinnen sofort zu erkennen und für ihre eigenen Wertungen zu nutzen. Kampf für Kampf arbeitete sie sich durch das Teilnehmerfeld und erreichte schließlich das Finale. Auch dort behielt sie die Nerven und setzte sich durch. 
 
Gold für Joelle Schramm – Platz 1 beim Cup of Europe in London! 


Auch Jolina Schramm gewinnt Gold 

Ihre ältere Schwester Jolina Schramm (14/15 Jahre, -50 kg) bereitete sich an diesem Tag erneut äußerst professionell auf ihre Aufgaben vor. 

Voll fokussiert ging sie auf die Matte und zeigte in ihren Begegnungen ihre internationale Klasse. Konzentriert und konsequent arbeitete sie sich durch das Turnier und erreichte ebenfalls das Finale. Auch dort konnte sie sich wie ihre jüngere Schwester erfolgreich behaupten.
 
Gold für Jolina und damit der zweite Turniersieg des Tages für den AS SAXONIA. 


Jessica Krause: Ein Finale, das für Diskussionen sorgte 

Mit besonderer Spannung wurden die Kämpfe von Jessica Krause erwartet. Die zweifache Weltmeisterin hatte bereits im vergangenen Jahr beim Cup of Europe im Finale gestanden und musste sich damals nach einer aus Sicht unseres Teams nicht nachvollziehbaren Kampfrichterentscheidung mit Platz zwei zufriedengeben. In diesem Jahr war ihr Ziel eindeutig: der Turniersieg. 
 
Die Kategorie war mit hochklassigen internationalen Kämpferinnen besetzt. Doch bereits auf dem Weg ins Viertelfinale war zu spüren, dass an diesem Tag für Jessica viel möglich war. 
 
Im Halbfinale traf sie auf eine starke spanische Gegnerin. Der Kampf ging über die volle Distanz. Jessica musste dabei auch mehrere harte Treffer im Bereich der Wirbelsäule hinnehmen, die aus Sicht unseres Teams nicht entsprechend geahndet wurden. Dennoch ließ sie sich davon nicht aus dem Konzept bringen und dominierte den Kampf bis zum Ende. Der Finaleinzug war geschafft. Und dort wartete eine alte Bekannte: die Britin Hayley Rowland, gegen die Jessica bereits im vergangenen Jahr im Finale gestanden hatte. 
 
Jessica hatte die vorherigen Kämpfe ihrer Gegnerin aufmerksam verfolgt. Sie ging mit der Überzeugung in das Finale, dass sie an diesem Tag gewinnen konnte. 
 
Es war zugleich der letzte Kampf des gesamten Turniers. Entsprechend groß war die Aufmerksamkeit in der Halle. 

Foto: Steffen Selbmann

Drei Runden voller Dramatik 

Mit Beginn der ersten Runde ging Jessica sofort nach vorn. Sie setzte klare Akzente und drängte ihre Gegnerin immer wieder zurück. Mehrfach musste die Britin die Kampffläche verlassen. Nach einem verbotenen Treffer zum Hals wurde gegen Jessicas Gegnerin zudem eine Strafe ausgesprochen. 
Aus Sicht unseres Teams war die erste Runde eindeutig. Die Kampfrichter entschieden jedoch auf Unentschieden. Bereits diese Wertung sorgte bei zahlreichen Zuschauern und Sportlern für sichtbare Verwunderung. 
 
Es ging in die zweite Runde. 

Auch hier bestimmte Jessica über weite Strecken das Geschehen. Sie ging nach vorn, während ihre Gegnerin überwiegend im Rückwärtsgang agierte. Die Dominanz war nicht mehr ganz so deutlich wie in Runde eins, das grundsätzliche Bild des Kampfes blieb jedoch bestehen. 

Erneut: Unentschieden. Damit musste die dritte und endgültig entscheidende Runde die Siegerin bestimmen. 
 
Jessica setzte ihre Strategie fort. Sie marschierte nach vorn, während Rowland überwiegend rückwärts arbeitete. In den letzten Sekunden versuchte die Britin noch einmal mit schnellen Bewegungen und einer höheren Frequenz leichter Techniken Akzente zu setzen. 
 
Dann kam die Entscheidung. 
 
Die Kampfrichter gaben den Sieg an Hayley Rowland. 
Die Entscheidung sorgte in der Halle für erhebliche Diskussionen und Unverständnis. Unmittelbar nach dem Finale suchte Jessicas Coach Shihan Michael Schramm das Gespräch mit den verantwortlichen Kampfrichtern sowie mit dem Präsidenten der IFK. 
 
Nach Aussage des IFK-Präsidenten hätte Jessica bereits nach der ersten Runde die Entscheidung zugesprochen werden müssen. Eine nachträgliche Änderung des offiziellen Ergebnisses erfolgte jedoch nicht. 
 
Damit blieb für Jessica erneut Silber beim Cup of Europe. 
 
Nach dem Kampf kamen zahlreiche Zuschauer, Sportler, Trainer und auch Kampfrichter auf Jessica zu, gratulierten ihr zu ihrer Leistung und brachten zum Ausdruck, dass sie Jessica als die eigentliche Siegerin dieses Finales gesehen hatten.
Das ändert kein Ergebnis – zeigt aber, welche Leistung Jessica an diesem Tag auf die Matte gebracht hatte. 
Und es erinnerte unsere Athleten einmal mehr an einen Satz, den Shihan Michael Schramm seinen Kämpfern im Training immer wieder mit auf den Weg gibt: 
 
„Wenn ihr auf die Matte geht, kämpft ihr gegen sechs Gegner: euren eigentlichen Gegner und die fünf Kampfrichter. Trainiert so hart, dass es bei jedem Kampf eine klare Entscheidung gibt.“ 

Starkes Ergebnis für den AS SAXONIA und die IFK Deutschland 

Am Abend kam das deutsche Team wieder gemeinsam im Hotel zusammen. Beim Essen wurden die Kämpfe ausgewertet, Erlebnisse ausgetauscht und natürlich auch die Erfolge gefeiert. 
 
Die IFK Deutschland war mit insgesamt elf Sportlerinnen und Sportlern nach London gereist und erreichte eine starke Bilanz: 4 × Gold, 4 × Silber, 1 × Bronze 
 
Auch unsere sechs Athleten des AS SAXONIA leisteten dazu einen wichtigen Beitrag. Für unser Team standen am Ende zweimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze zu Buche. 
 
Doch London war mehr als eine Medaillenbilanz. Unsere jungen Sportler sammelten internationale Erfahrung, stellten sich neuen Gegnern und zeigten, dass sie auch auf großer Bühne bestehen können. 
 
Für unser Wettkampfteam bestätigt der Cup of Europe einmal mehr den eingeschlagenen Weg. Konsequentes Training, eine professionelle Wettkampfvorbereitung und die Bereitschaft, immer wieder an die eigenen Grenzen zu gehen, zahlen sich aus. 
 
London 2026 ist Geschichte – und der nächste Schritt wartet bereits. 
 

Foto: Steffen Selbmann

Autorinnen: Marla Hofmann, Elsa Schütze

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